Unterwegs
Auslandsreisen mit dem Hund
Jedes Land hat seine eigenen Einreisevorschriften für lebende Tiere, auch mitgeführte Heimtiere wie den Hund. Deshalb müssen Sie sich teilweise bis zu sechs Monate vor Reiseantritt bereits um die notwendigen Papiere oder Maßnahmen kümmern. Wenn Sie einen Kurzurlaub planen, sollten Sie den Hund bei Reisen in Länder, die eine Quarantäne vorschreiben, zu Hause lassen. Denn sonst muss er in einem der Grenzquarantänezwinger zwischen 14 Tagen und 6 Monaten warten. Einen Hund in Quarantäne geben sollten Sie nur, wenn Sie in einem Land länger als ein halbes Jahr verweilen oder für immer dorthin ziehen. Die meisten europäischen Länder haben inzwischen die Quarantänepflicht aufgehoben, dafür aber andere Einreisebestimmungen erlassen. Dazu können “Visa” gehören, die bei den zuständigen Botschaften beantragt werden müssen.
Achtung: Es gibt inzwischen in vielen Ländern besondere Einreisebestimmungen oder Verbote für bestimmte als gefährlich eingestufte Hunderassen! In einigen Ländern ist ein mitgeführter Maulkorb Pflicht, in anderen herrscht überall Leinenzwang. Auch das sollten Sie vor Ihrer Reise erfragen.
Klima bedenken
Für den Hund ist eine starke Umstellung auf ein anderes Klima körperlich genauso viel Stress wie für uns Menschen. Die meisten Hunde vertragen kühles trockenes Klima am besten und feucht heiße Witterung am schlechtesten. Wenn Sie vorhaben, in ein Land mit tropischem oder subtropischem Klima zu reisen, sollten Sie Ihren Hund unbedingt vorher vom Tierarzt untersuchen lassen, denn Herz und Kreislauf werden bei feuchter Hitze stark beansprucht. Kurznasige, alte, übergewichtige und Hunde mit sehr dichtem langem Fell könnten durch das Klima Atembeschwerden bekommen. Überlegen Sie gut, ob Sie Ihrem Hund die Strapazen zumuten wollen und können oder ob er nicht doch besser zu Hause aufgehoben ist. Unter kalten klimatischen Bedingungen leiden die meisten Hunde nicht, gesundheitsgefährdend sind arktische (plus feuchte) Temperaturen nur für Zwergrassen und solche mit extrem kurzem oder wenig Fell.
Gesundheits-Gefahren
In einigen südlichen Ländern, sogar in Süddeutschland und Österreich, können Hunde sich über Zecken, Flöhe, Mücken oder Fuchskot mit gefährlichen Krankheiten infizieren. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über Ihren geplanten Urlaub und fragen Sie nach spezifischen Gefahren dort. Die häufigsten Risiken, wie Sie dagegen vorbeugen können und wie die Krankheiten behandelt werden, lesen Sie im Kapitel Gesundheitsgefahren für den Hund im Urlaub.
Beim Buchen bedenken
Damit Sie keine böse Überraschung erleben, fragen Sie bei der Buchung,
- ob Hunde im Hotel/in der Ferienwohnung/auf dem Campingplatz willkommen sind
- ob für Notfälle (Theaterbesuch etc.) ein Sitter bereitgestellt werden kann
- ob Hunde mit in Restaurants genommen werden dürfen
- ob es in der näheren Umgebung eine Hundewiese/einen Hundestrand/ein Auslaufgebiet ohne Leinenzwang gibt
- ob es am Urlaubsort ein Tierarzt/eine Tierklinik für Heimtiere gibt, wo man Deutsch oder eine andere Sprache, die Sie beherrschen, spricht
- Wenn Ihr Hund einer als gefährlich geltenden Rasse angehört, fragen Sie, ob diese im Urlaubsort erlaubt ist bzw. Auflagen erfüllen muss
- Lassen Sie sich möglichst alle Auskünfte schriftlich bestätigen und informieren Sie sich auch über eventuelle Zusatzkosten.
Checkliste vor der Reise
Haben Sie alle nötigen Hundepapiere beisammen?
Außer dem gültigen Impfpass und Heimtierausweis (und falls nötig dem tierärztlichen Gesundheitszeugnis) sollten Sie eine Kopie Ihrer Hundehaftpflichtpolice auf die Reise mitnehmen. Überlegen Sie, ob Sie eine Reisekrankenversicherung abschließen wollen. Wenn Ihr Hund ohnehin krankenversichert ist, gehört auch die Kopie dieser Police mit ins Hundegepäck auf die Reise. Wenn Sie einen Hund haben, der in Ihrem Urlaubsland oder einem Transitland auf dem Weg dorthin als gefährlich eingestuft werden könnte, sollten Sie – wenn Sie darüber verfügen – die Kopie Ihrer Begleithundeprüfungsbestätigung bzw. eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Behörden mit sich führen.
Hundefreundliche Route wählen
Wenn Sie länger als vier Stunden unterwegs sind, planen Sie auch Ihre Reiseroute, denn Ihr Hund muss sich zwischendurch die Beine vertreten, etwas trinken und sich versäubern können. Entlang der Autobahn sind die meisten Raststätten hundefreundlich und bieten frisches Trinkwasser, oft auch Snacks für Vierbeiner an. Wenn Sie kleinere Landstraßen, Pässe oder Routen durch Städte wählen, wird es schwieriger, passende Zwischenstationen zu finden. Denken Sie dran, dass Sie für Ihren Hund mit buchen, wenn Sie eine Zwischenübernachtung einplanen. Falls Sie nicht mit dem Auto fahren, sondern Flugzeug, Bus, Bahn oder Schiff gebucht haben oder eine bestimmte Strecke mit dem Autoreisezug bzw. einer Fähre zurücklegen, erkundigen Sie sich, ob für Ihren Hund Extra-Tickets nötig sind und welche Auflagen Sie erfüllen müssen.
Inhalt des Hundekoffers
- Impfpass, Grenzpapiere, Heimtierausweis
- Versicherungsanschriften/Nummern/Papiere
- Tickets für Fähre, Autoreisezug, andere Verkehrsmittel
- Frisches Trinkwasser in der Flasche und Wassernapf (griffbereit!)
- Halsband, Leine, Maulkorb, Transportkorb – abhängig von Hund und Reiseziel
- Snack für zwischendurch, Kauknochen (bei längeren Fahrten)
- Robidog/Hundekotbeutel
- Halsbandetikett mit Urlaubs- und Heimatadresse
- Ersatzleine
- Futter- und Wassernäpfe
- Napfunterlage
- gewohntes Futter auf Vorrat
- Dosenöffner bzw. Futtergabel
- Spielzeug
- Körbchen/Decke
- Bürste, Kamm
- Handtuch
- Sonnenschutz, Sonnencreme (im Sommer)
- Vaseline (im Winter)
- Reiseapotheke
Zwölf Stunden vor Reiseantritt sollte Ihr Hund seine letzte Mahlzeit bekommen, danach darf er “nur” noch trinken, soviel er will. Das beugt einer Übelkeit weitgehend vor. Wenn Ihr Hund zur Reisekrankheit neigt, lassen Sie sich vom Tierarzt ein Medikament dagegen geben (unbedingt testen!) und geben Sie es ihm nach Vorschrift. Alle zwei Stunden sollten Sie Ihrem Hund etwas frisches Wasser aus einer mitgeführten Flasche anbieten. Wenn Sie auf der Strecke große Höhenunterschiede bewältigen müssen, geben Sie Ihrem Hund etwas zu kauen, einen kleinen Snack oder einen Kauknochen. Er leidet sonst eventuell unter Ohrendruck und wird unruhig.
Nach der Ankunft
Wenn Sie am Urlaubsort angekommen sind, bieten Sie Ihrem Hund im Quartier etwas zu trinken an und packen dann seinen (und Ihren) Koffer aus. Dann erhält er seine erste Mahlzeit nach der Reise. Bitte nicht zu viel geben, denn er wird aufgeregt sein und sich erst einmal orientieren wollen. Nach einer kurzen Pause sollten Sie mit Ihrem Hund das neue Revier auf Zeit in Ruhe erkunden. Nehmen Sie ihn unbedingt am ersten Tag an die Leine, denn Sie beide müssen erst herausfinden, wo Sie gefahrlos toben, rennen, spielen können. Vergessen Sie Ihr Hundekotbeutel nicht, denn in keinem Ferienort sind Hundehaufen gern gesehen. Denken Sie daran, dass Sie für das Image aller Hunde (und ihrer Halter) mitverantwortlich sind.
Ihr Hund fühlt sich an den ersten Tagen am Urlaubsort wahrscheinlich noch unsicher und hat eventuell auch mit körperlichen Umstellungsproblemen zu kämpfen. Ganz wichtig ist für ihn, etwas Vertrautes um sich zu haben.
Bieten Sie ihm zu den üblichen Zeiten sein gewohntes Futter wie zu Hause an
Legen Sie ihm seine gewohnte Decke oder stellen Sie ihm sein gewohntes Körbchen ins Zimmer.
Ermuntern Sie ihn mit einer “seiner” Spielsachen zu kleinen Spielchen.
Belohnen oder lenken Sie ihn mit den gewohnten Kauartikeln ab.
Denken Sie daran, dass auch andere Urlauber ein Recht auf ungestörte Ferien haben. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund, wenn er alleine im Quartier bleibt, nicht bellt oder jault. Notfalls besorgen Sie sich einen Sitter oder lassen ihn (wenn das vom Wetter her möglich ist) im vertrauten Auto warten.
Unterbinden Sie Anspringen fremder Personen, auch wenn er es gut meint, und leinen Sie ihn an, wenn Sie mit ihm einen Bummel zu den Sehenswürdigkeiten, auf der Strandpromenade oder auf sonstigen Wegen, die von vielen Menschen frequentiert werden, machen.
Entsorgen Sie seine Hinterlassenschaften immer gleich im mitgeführten „Robidog“ .
Wenn Sie Ihren Hund allein im Hotelzimmer lassen, hängen Sie ein Schild an die Tür, damit das Reinigungspersonal Bescheid weiß. Empfehlenswert ist es, wenn Sie an der Rezeption fragen, wo in der Nähe ein Tierarzt und ein Zoofachgeschäft sind, damit Sie im Notfall nicht lange suchen müssen. In vielen Pensionen und Hotels sind Hunde willkommen, dürfen aber aus hygienischen Gründen nicht mit in den Frühstücksraum. Wenn Sie Ihren Hund nicht alleine lassen können, sollten Sie sich entweder das Frühstück aufs Zimmer bestellen oder aufs Frühstück verzichten und sich einen Imbiss besorgen.
Weitere Regeln für Sie und Ihren Hund am Urlaubsort
- Lassen Sie Ihren Hund nie ohne Halsband mit Adressanhänger (Urlaubs- und Heimatanschrift) laufen.
- Lassen Sie ihn nie vor einem Kaufhaus oder einem anderen Gebäude, in das er nicht mitdarf, warten, auch nicht an der Leine.
- Achten Sie darauf, dass er keine Speisereste oder was er dafür hält, von der Straße aufnimmt (Rattengift!).
- Nehmen Sie ihm “Beute”, die er gefangen hat, unbedingt ab. In vielen Ländern gibt es Gifttiere, die für einen Hund eine echte Gesundheitsgefahr darstellen.
- Wenn Sie Ihren Hund länger alleine lassen müssen, weil Sie Wassersport treiben wollen, einen Theater- oder Konzertbesuch planen oder im Restaurant beim Abendessen Hunde nicht erlaubt sind, lassen Sie ihn im Quartier warten – notfalls mit Sitter.
- Lassen Sie ihn nicht mit herrenlosen Hunden spielen (Tollwutgefahr)
- Lassen Sie ihn nicht in Gewässern, die Sie nicht als unbedenklich kennen, schwimmen oder trinken. (Salzwasser trinken und Durchfall)






