Frettchen

Das Frettchen (Mustela putorius furo) ist die domestizierte Haustierform der Mustela-Untergattung Putorius (Iltisse). Es stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit vom europäischen Iltis oder auch Waldiltis (Mustela putorius) ab. Es wird vermutet, dass der Steppeniltis bei der Entwicklung des Frettchens eine Rolle spielt. (Auszug aus Wikipedia.org)

Verhalten / Haltung
Frettchen sind sehr soziale Tiere und sollten daher mindestens zu zweit gehalten werden. Die Gesellschaft des Menschen reicht nicht aus, um einem Frettchen genügend Beschäftigung und Unterhaltung zu bieten.

Wenn die Tiere unterschiedlicher Herkunft sind, ist ist es wichtig, sie langsam aneinander zu gewöhnen. In mehreren Schritten sollten sie zusammengebracht werden. Rangordnungs-Kämpfe und Beissereien sind beim Kennenlernen keine Seltenheit. Jedoch sollte darauf geachtet werden, ob die Tiere sich langsam anfreunden. Wenn nicht, sollte unbedingt das neu dazu gekommene Tier wieder rückplatziert werden. In seltenen Fällen ist es auch möglich, dass sich die Tier nicht mit dem Menschen vertragen. Sie unterscheiden Menschen sehr stark nach Sympathie und “Rudelzugehörigkeit”. Es kann vorkommen, dass Menschen ausserhalb des “Rudels” nicht akzeptiert werden.

Ein Zusammenleben mit Hunden und Katzen ist in den meisten Fällen möglich. Ein gewöhnen an artfremde Hausgenossen erfordert jedoch auch hier eine vorsichtige Angewöhnung. Alle Tiere sollten immer genügend Rückzugsmöglichkeiten haben. Für ein friedvolles Zusammenleben gibt es dafür aber keine Garantie. Nager, Vögel und andere Kleintiere werden als Beute betrachtet.Frettchen sind sehr verschlafene Tiere. Gut 16 Stunden pro Tag verbringen die Tiere mit Schlafen. Wenn sie aber munter sind, ist nichts vor ihnen sicher. Sie müssen alles untersuchen, auch wenn sie ihre Umgebung schon kennen. Sie sind sehr neugierig, verspielt und unternehmungslustig. Sie sollten deshalb deshalb täglich mindestens 2 Stunden Auslauf und Unterhaltung in einer frettchensicheren Wohnung haben.

Frettchen können unterschiedlich gehalten werden. Käfighaltung, freie Wohnungshaltung, Außenhaltung in einem grossen Käfig oder abgesicherten Garten.
Bei der freien Wohnungshaltung müssen alle Gefahrenquellen beseitigt werden. Die Tiere kriechen in die engsten Ritzen, klettern in jeden Schrank den sie erreichen können, werfen jede Blumenvase um, graben sämtliche Blumentöpfe aus usw. So sind z.B. Haushaltchemie, giftige Pflanzen, offene Fenster, brennende Kerzen, volle Badewannen, offene WC-Deckel grosse Gefahren für die lebhaften Tiere. Die Liste könnte beliebig weiter geführt werden. Frettchenhaltung ist auf jeden Fall sehr anspruchsvoll und man sollte davon absehen, wenn ein Mitglied der Familie nicht einverstanden ist mit einem solch wilden Hausgenossen.

Bei der Käfighaltung sollte das Tier genügend Platz zur Verfügung haben. Eine Käfigeinrichtung sollte aus Futterplatz, Toilette, Schlafplätzen, Kletter- und Versteckmöglichkeiten und genügend Raum zum Toben bestehen. Dieser muß täglich gewährleistet sein, wobei auf die oben genannten Gefahren geachtet werden sollte. Ideal wäre ein Frettchenzimmer, das den Tieren genügend Abwechslung und ihren eigenen Freiraum bieten kann.

Wer seine Tiere liebt, baut die Frettchen-Behausung so groß wie möglich, mit vielen Etagen, Spielmöglichkeiten und Kuschelecken. Als Ausstattung sollten ein oder mehrere Toiletten vorhanden sein, schwere Futternäpfe, die nicht umkippen, Hängematten, Kuscheltücher, Schlafhäuschen, Rohre usw. Eine Einstreu auf den Käfigboden ist nicht praktisch. Fliesen sind wohl am geeignetesten. Bei PVC Belag bekommen die Tiere sehr schnell heraus, an welcher Ecke man ziehen muß, damit man umräumen kann. Als Gitter eignet sich punktgeschweißtes am besten.
Ein Käfig im Freien sollte nicht den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt sein. Auch darf es nicht ziehen. Eine isolierte Hütte muß vorhanden sein. Bei dem Untergrund ist darauf zu achten, dass sich die Frettchen nicht durchgraben können.

Auch der Kontakt zu den Menschen ist nötig, damit die Tiere genügend zutraulich sind, um sich einfangen und nötigenfalls untersuchen zu lassen.

Das Befinden der Frettchen ist nur für geübte Beobachter zu erkennen, weil diese Tiere praktisch kein Mienenspiel haben. Nur ein Tier mit intensiver Beziehung zu seinem Besitzer teilt sich ihm mit. Frettchen können sehr lange Zeit Krankheiten überspielen. Deshalb müssen sie immer gut beobachtet werden.
Eine Verständigung der Frettchen untereinander in einem eingespielten Rudel erfolgt u.a. durch Schnuppern an Ohren und Analgegend, durch Schnauze auf die Kruppe legen, durch abwehrendes kurzfristiges Maulaufreißen oder Heben der Vorderpfote, durch aufmunterndes Schubsen mit der Schnauze. Schwanzwedeln bedeutet spielerisches oder ernsthafteres Beutegreifverhalten. Beim Spielen und Toben wird übermütig mit dem Kopf geschlagen. Futter wird nicht im Napf sondern daneben gefressen oder verschleppt. In Außengehegen können sehr lange und tiefe (über 1,20m) Gräben gebuddelt werden. Die Frettchen-Behausung sollte mindestens 1mal/Woche gereinigt werden; die Futternäpfe vor jeder Fütterung; die Toiletten am besten mehrmals täglich.

Ernährung
Ein Frettchen ist ein Fleischfresser und verdaut seine Nahrung innert kürzester Zeit (ca.3 Stunden). Deshalb sollte es artgerechte Kost erhalten. Entgegen landläufiger Meinung reicht Katzenfutter als Alleinfutter nicht aus. Es sind darin zu wenige lebenswichtige Vitamine enthalten. Das Futter sollte zu 80% aus tierischer Kost wie Rindfleisch, Innereien, Geflügel und Fisch (Magerfisch, kein Süßwasserfisch) und zu 20% aus pflanzlicher Kost wie gekochte Haferflocken, Reis. usw. bestehen. Des weiteren sollte man Magerquark zugeben.

Vitamin B-Komplex in flüssiger Form darf nicht fehlen. Rohes Gemüse wie Gurken, Paprika usw. werden von Frettchen zwar gern genommen, haben aber keinen großen Nährwert und werden auch nicht gut verdaut. Als Leckerbissen kann Rohkost ab und zu verabreicht werden.

Rohes Schweinefleisch darf niemals gefüttert werden. Das evtl. darin enthaltene Aujeszky-Virus führt zum Tod. Auf Grund dessen sollte dem Tier zu liebe darauf verzichtet werden. Eintagsküken werden von Frettchen gern gefressen. Dies ist keine alleinige Nahrung, aber eine willkommene Abwechslung. Bei Eiern im rohen Zustand sollte das Weiss vom Dotter getrennt werden. Das im Eiweiß enthaltene thermolabile Enzym Avitin zerstört Biotin. Vitamin B Mangel kann die Folge sein. Frisches Trinkwasser sollte immer zur Verfügung stehen. Milch führt aufgrund des Laktosegehalts zu schweren Durchfällen. Katzenmilch kann mit angeboten werden, sollte aber nicht das Trinkwasser ersetzen. Da Frettchen eine schnelle Verdauung besitzen, sollten sie ständig Futter zur Verfügung haben. Falls sie hungern, werden sie nervös oder gar aggressiv.

Stubenreinheit
Frettchen können sich an eine Katzentoilette gewöhnen. Dies funktioniert aber nicht bei jedem Tier. Manche suchen sich ihren Versäuberungsort selber aus. Dorthin kann dann die Katzentoilette gestellt werden. Manche Frettchen werden nie ganz stubenrein. Es empfiehlt sich aber, mehrere Toiletten aufzustellen und ab und zu ein Auge zuzudrücken. Klumpstreu eignet sich am besten zum Einstreuen.

Ein geschlechtsreifer Rüde verströmt einen strengen Geruch und er markiert alles und jeden mit seinem Urin. Mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen sind sie nicht sehr verträglich. Um ein Zusammenleben zu ermöglichen, sollten die Rüden kastriert werden.Bei Fähen ist eine Kastration ebenfalls angebracht. Wenn die Fähe geschlechtsreif ist und nicht gedeckt wurde, kann sie längere Zeit in der Brunst bleiben. Dabei steigt der Östrogenspiegel im Blut an. Wird dieser Zustand nicht rechtzeitig erkannt, endet das meistens mit dem Tod. Durch eine Kastration kann dies verhindert werden.Auch nach der Kastration sind die Frettchen nicht ganz „geruchsfrei. Sie behalten einen Eigengeruch wie jedes andere Tier auch. Dies hat aber nichts mit den Stinkdrüsen (Analdrüsen) zu tun. Sie zu entfernen ist VERBOTEN und auch nicht notwendig. Bei Schmerzen, Schrecken oder Angst kommen sie zum Einsatz. Der penetrant stinkende Duft verfliegt sehr schnell.

Pflege / Impfungen
Ein Frettchen sollte immer geimpft werden, auch wenn es ausschließlich in der Wohnung lebt, denn Erreger können auch über den Menschen, Kleidung, Hunde oder Katzen übertragen werden.
Eine 5-fach Hundeimpfung mit jährlicher Wiederholung ist deshalb erforderlich, um die Tiere zu schützen.

Fortpflanzung / Zucht
Um ungewünschten Nachwuchs zu vermeiden, sollte man Frettchen kastrieren lassen.

Wichtig!
Für die Haltung von Frettchen in der Schweiz braucht es eine Haltebewilligung des Kantonalen Veterinäramtes, weil sie immer noch als Wildtiere gelten
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