Mäuse
Haltung
Vor einem Kauf sollte der Gesundheitszustand der Tiere und ihr Verhalten genau geprüft werden. Jungtiere aus kommerziellen Zuchten werden häufig sehr früh von der Mutter entfernt und haben dann oft ein ungleichmäßig gewachsenes, gelegentlich struppiges Fell, sehen manchmal eher kugelig aus (statt mäuse-typisch deutlich länger als hoch) und bewegen sich womöglich ungewöhnlich langsam. Zudem können auch relativ kleine Tiere bereits tragend sein, wenn sie nicht in getrennt-geschlechtlichen Gruppen gehalten werden. Grundsätzlich sollte einem Kauf in einem Tierheim der Vorzug gegenüber einem Kauf im kommerziellen Handel gegeben werden, da kommerziell gehandelte Tiere häufig sehr früh aus dem Familienverband entfernt werden und daher gesundheitliche Probleme haben können.
Ein Käfig zur Haltung von Mäusen als Haustiere sollte mindestens eine Länge von 100 cm, eine Breite von 50 cm und eine Höhe von 50 cm haben. Der Käfig sollte möglichst mehrere Etagen umfassen, die man mit Ästen oder Sisalseilen miteinander verbinden kann, denn Mäuse klettern gerne und entwickeln in abwechslungsreicher Umgebung keine Verhaltensstörungen. Das Mäuseheim sollte mit Inventar aus Naturmaterialien ausgestattet sein, da die Tiere gerne und überall nagen; bei Plastik, Stoffteilen, lackiertem Holz und spitzen Gegenständen besteht die Gefahr der gesundheitlichen Schädigung durch Verletzung oder Aufnahme.
Verhalten
Wie viele Nagetiere sind auch Farbmäuse polyphasisch aktiv, unternehmungslustig und neugierig. Obwohl sie eher nachtaktiv sind, kann man sie auch tagsüber beobachten. Sie halten einfach nur ab und zu eine Ruhepause. Sie können sehr gut klettern, hoch springen und passen durch alle Löcher, durch die auch ihr Kopf passt; der restliche Körper ist äußerst verformbar. Der Schwanz wird als Ruder oder Fangleine eingesetzt. Er ist für sie sehr wichtig, um das Gleichgewicht zu halten.
Mäuse sind Nager, die die Gesellschaft lieben. Die Haltung einzelner Tiere ist daher nicht ratsam. Man kann problemlos mehrere Weibchen ohne Männchen zur Verhinderung schnellen Nachwuchses zusammenhalten. Bei reinen Weibchengruppen gibt es keine Revierkämpfe und kaum Rangordnungskämpfe.
Die Haltung von Männchen ist schwieriger. Bei reinen Männchengruppen kann es auch unter verwandten Tieren mit Einsetzen der Geschlechtsreife zu ernsthaften Kämpfen kommen, die unabhängig von der Größe der Haltungsfläche mit Bisswunden oder tödlich enden können. Kastrierte Männchen sind in der Regel friedlicher als unkastrierte und riechen weniger stark. Die Kastration sollte von einem erfahrenen Tierarzt durchgeführt werden.
Farbmäuse beißen nicht ohne Grund, missdeuten allerdings gelegentlich den Finger des Menschen als Futter. Das Beißen wird vom Menschen meist als Angriff oder Missmut der Tieres wahrgenommen. Dem ist nicht so. Für eine Farbmaus ist Beißen eine Möglichkeit, sich zu wehren, zum Beispiel aus Angst, bei Kämpfen oder wenn sie vom auf die Hand genommen werden einfach genug hat.
Farbmäuse unterscheiden sich nicht nur durch Fellfarbe von einander, auch charakterliche Unterschiede kann man bei längerer Betrachtung feststellen. Manche wirken eher scheu, andere mutig, ruhig oder sehr aktiv.
Das Verhalten einer Farbmaus ist für den Besitzer wichtig zu studieren, um sein Tier besser kennenzulernen und um die Hintergründe eventueller Verhaltensänderungen (z.B. bei Krankheit) herauszufinden.
Futter
Als so genannte Allesfresser verzehren frei lebende Hausmäuse sowohl pflanzliche Nahrung (zum Beispiel herab gefallene Samen von Gräsern, Nüsse und Wurzeln) als auch lebend erbeutete Insekten (vor allem deren Larven) und gelegentlich Aas. Farbmäuse sollten daher mit ähnlich abwechslungsreichem Futter versorgt werden, wobei zu beachten ist, dass manche im Tierhandel erhältlichen Fertigmischungen einen hohen Anteil an gefärbten oder gezuckerten Futterzusätzen enthalten, die der Gesundheit einer Maus eher schaden als nützen. Der Kauf von speziellen Fertigmischungen für Kleinnager dient vor allem der Bequemlichkeit der Tierhalter. Das Futter lässt sich auch gut selbst zusammenstellen. Die Grundzutaten sind verschiedene Körner wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, kleine Sämereien wie Hirse und Saaten, sowie ein geringer Anteil ungezuckerten Früchtemüslis. Zusätzlich zum Körnerfutter sollten zwecks besserer Versorgung mit Vitaminen zum Beispiel auch kleine Stücke von Äpfeln, Karotten und Kopfsalat oder frischem Grün wie Gras oder Löwenzahn in den Käfig gelegt (und bevor deren Reste verschimmelt sind, wieder entfernt) werden. Auch Zweige und Blätter von ungiftigen und ungespritzten (!) Zierpflanzen und Bäumen (zum Beispiel von Rosen, Haselnuss-Sträuchern, Birken oder Hainbuchen) können als Nahrung und zum Zerknabbern dienen. In kleinen Mengen und selten können Mehlwürmer, Hundekuchen, gekochtes Ei oder etwas Joghurt als tierisches Eiweiß gegeben werden. Wichtig ist, dass die Mäuse stets sauberes Wasser zum Trinken haben.






